Nach einer länger Durststrecke was die Reviews und Kritiken im Horrorblog anbetrifft gibt es heute endlich eine neue Film-Kritik zum schweizer Science-Fiction Streifen
Cargo
. Wenn ihr wissen wollt ob der Film was für euch ist solltet ihr die Kritik lesen
Cargo
beginnt wundervoll. Zusammen mit der Musik, die auch aus Bladerunner hätte stammen können (von Frederik Strömberg) fliegen wir langsam aber gemächlich auf eine Raumstation bei der Erde zu. Die Kamera dreht sich um eine Ansammlung von Wolkenkratzern im Inneren der Raumstation. Wäre die Werbung auf den Wolkenkratzern nicht von Sto und Osram, sondern von Coca Cola oder Apple, könnte man fast meinen, man schaut hier einen amerikanischen Film aus Hollywood. Ruhig bewegt sich die Kamera bis auf ein Fenster in der Raumstation zu. Kaum wechselt die Kamera nach Innen hört man das Geplapper von vielen Wartenden. Es ist düster und wirkt dreckig.
Eine der wartenden Personen ist Laura Portman (
Anna-Katharina Schwabroh), die im Gegensatz zu manch anderen noch ganz fit aussieht. Sie nimmt gerade eine Video-Botschaft für ihre Schwester auf. Sie wird so bald Sie kann zu ihr nach Rhea kommen. Einem Planeten der wie das Paradies wirkt im Gegensatz zu der Station. Die Erde ist durch einen Öko-Kollaps unbewohnbar geworden. Zuvor muss sie sich das Geld für die lange Reise aber noch verdienen und heuert als Ärztin auf einem heruntergekommenen Transportfrachter an.
Kaum ist sie durch das klemmende Eingangs-Schott getreten, wird sie der Crew vorgestellt. Irgendwie sind solche kleinen Crews ja immer ziemlich cool. Ein bestimmender Kapitän, zwei Handwerker-Schergen (einer gespielt von
Claude-Oliver Rudolph), die Witze machen und ein eher schüchterner Charakter - hier eine Art Computer-Hacker.
Als Ärztin ist Laura noch relativ willkommen - Ganz im Gegensatz zu Samuel Decker (
Martin Rapold), der vom Megakonzern
Kuiper
geschickte Agent bzw. Skymarschall, der das Schiff vor Anschlägen der
Maschinenstürmer
schützen und eventuell Saboteure aufhalten soll.
Dann kann die Reise ja losgehen denke ich und freue mich auf viele Action-Szenen und aufregende Bilder. Was ich bekomme sind aber nicht unbedingt Action-Szenen, sondern vielmehr kleine mysteriöse Vorkommnisse in einem riesenhaften Schiff mit sich bewegenden Containern, Tiefschlaf-Kammern und mehreren Rätseln die die Crew aufdecken muss. Anscheinend ist das Schiff nicht auf dem Kurs auf dem es eigentlich sein sollte und kann man allen Crew-Mitgliedern vertrauen. Was ist überhaupt in den Containern?
Gegen Ende des Films bin ich nicht enttäuscht, dass ich nicht so viel Action bekommen habe, wie ich erwartet hatte. Eher bin ich froh dass ich mir diesen mit wunderbaren Bildern und in einem angenehm langsamen, dadurch aber auch spannendem Tempo erzählten Film nicht verpasst habe.
Cargo Blue-Ray Cover
Neue Jahre brauchte Regisseur
Ivan Engler um, mit einem für so einen Film recht geringen Budget von nur 5 Millionen Schweizer Franken (ca. 3,5 Mio EUR), einen sehr stimmungsvollen Sci-Fi Film zu drehen der definitiv mit den großen Hollywoodfilmen mithalten kann. Das Produktions-Design, an dem
Matthias Noger drei Jahre lang gearbeitet hat trägt auch wesentlich zur Qualität des Films bei. Man sieht hier, auch in dem Bonusmaterial mit Making-Of-Szenen auf der zweiten DVD, eindeutig man sich Zeit genommen hat um einen wirklich durch und durch makellosen und stimmigen Film zu erschaffen.
Urteil: 7/10
Cargo erscheint bei
Ascot Elite Home Entertainment am 15. April auf
DVD und
Blu-ray Disk und dürfte in keiner gut sortieren Sci-Fi Filmsammlung fehlen. Darüber hinaus ist die Holo-Cover Version mit dem 3D-Wackelbild-Effekt auf dem Titel sehr schön gemacht.
Bei Moviepilot unterscheiden sich die Meinungen zu
Cargo
. Keine Kritikermeinungen, aber die Community schwankt zwischen supergut und schlecht.